Schöne Spiegelung im Teufelsmoor

Spiegelung im Teufelsmoor

Schöne Spiegelung im Teufelsmoor

Am letzten Wochenende war ich am Breiten Wasser, im Teufelsmoor unterwegs. Ich hatte mir die Location schon am Vortag ausgesucht. Es war leider nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Die Sonne kam nämlich nicht da hoch, wo ich es gern gehabt hätte.

Aber der Reihe nach. Ich bin mit meiner Tochter Emely und unserem Hund Piet frühmorgens Richtung “Breites Wasser” gestartet. “Breites Wasser” so heißt das Landschaftsschutzgebiet im Teufelsmoor, vor den Türen Worpswedes. Vom Parkplatz aus, muss man knapp zwei Kilometer noch zu fuß gehen, da der Weg für Autos gesperrt ist.

So weit so gut. Kurz vor dem Ziel gab es am Himmel ein wunderschönes Morgenrot und kein Motiv weit und breit, das meinen Ansprüchen genügte. Da habe ich mich dann schon mal etwas geärgert. Aber es sollte ja noch der Sonnenaufgang kommen. Also gingen wir weiter in Richtung Ziel.

Am Breiten Wasser angekommen, gab es den nächsten Rückschlag. Ich konnte schon sehr gut sehen, wo die Sonne aufgehen würde und mein geplantes Foto war dahin. Sie ging nämlich nicht da auf wo ich es gerne gehabt hätte. Meine Vorstellung war, das sie hinter dem Breiten Wasser aufgeht. Das tut die Sonne wohl nur im Sommer. Da wo sie an dem Tag aufgehen würde, waren überall Büsche, die eine direkte Sicht auf die Sonne verdeckt haben. Außerdem wollte ich gerne Wasser mit in meinem Bild haben. Ich fand einfach keine schöne Stelle um ein Foto zu machen, das mir später auch gefallen würde.

Zudem stand auf den Wiesen teilweise noch Wasser von der Schneeschmelze. Und so stieg in mir langsam die Wut auf. Ich wurde auf einmal richtig wütend und habe mich sehr darüber geärgert, das ich kein schönes Foto machen konnte.

Ich atmete kurz tief ein und sagte dann zu meiner Tochter, das wir ja noch schöne Fotos von Piet machen wollen. Also sollte ich auf jeden Fall Fotos mit nach hause bringen.

Dann gingen wir ein Stück zurück in Richtung Auto. Ich blieb dann nochmal kurz stehen, weil ich einfach nicht aufgeben wollte. Ich drehte mich um und analysierte nochmal das Gelände. Dann blieb mein Blick auf dem Teufelsmoor Brandgraben hängen. Dieser ist mit dem Breiten Wasser verbunden. Ich stellte mir vor, wie der Sonnenaufgang wohl vom äußersten Zipfel der Wiese ausehen würde. Es stand auch auf dieser Wiese etwas Wasser, aber das war mir egal. Lieber nasse Füße, als ohne Foto nach Hause. Ich suchte einen Zugang zur Wiese und ging dann in Richtung Graben.

Und das hat sich gelohnt. Von dort aus, habe ich mein Foto gemacht. Der Sonnenaufgang selber war nicht ganz so schön, da sich etwas Dunst in der Luft befand. Die Spiegelung auf dem Wasser, war aber echt der Hammer.

Location:

53°14’27.5″N 8°52’30.8″E

Spiegelung im TeufelsmoorBild zum vergrößern anklicken

 

Nun zu den Einstellungen, mit denen ich das Foto gemacht habe.

Für das Bild habe ich folgendes Equipment benutzt:

  • Canon EOS 6D Mark II
  • Canon EF 24-105mm 1:4 L IS USM
  • Stativ
  • Grauverlaufsfilter K&F Concept Pro Soft GND8(0,9)
  • Polfilter NISI Landscape CPL

Aufnahmetechnik:

Im manuellen Modus fotografiert bei folgenden Einstellungen:

  • ISO 100
  • f/9
  • 0,6 sek.
  • 45 mm

 

Kommentare: 2

  1. Fin sagt:

    Hallo Michael,

    wirklich sehr schön geworden.

    Das breite Wasser hatte ich mir auch schon als Spot vorgemerkt. Aber der 2 km Fußmarsch (in Wathose, mit Stativ, zwei Objektiven, etc.) hat mich bisher davon abgehalten. Und die Ironie dabei: Es macht keinen Unterschied, ob man sich von Neu Helgoland oder der Teufelsmoorstraße aus auf den Weg macht 😉 .

    Und sei getröstet, den von Dir beschriebenen Ärger kenne ich auch nur zu gut. Wenn man Glück hat, findet man noch schnell eine alternative Komposition, wie in deinem jetzigen glücklichen Fall. Richtig ärgerlich wird es, wenn dann nicht mal mehr das klappt. Es heiß ja nicht Umsonst LEIDEN – schaft 😉 . Aber auch wenn es Tage gibt, an den fotografisch gesehen alles in die Hose geht – es spornt an den Blick nach vorne zu richten und sich zu sagen: Beim nächsten Mal wird´s besser.
    So erging es mir zum Beispiel im Sommer 2020 im Günnemoor. Ich habe zu viel Zeit bei den Kühen vertrödelt, sodass für die anschließende Suche nach einem geeigneten Vordergrund für den Sonnenuntergang die Zeit fehlte. Als ich endlich fündig geworden bin (ein zugegebenermaßen mehr schlechten als rechten), stand die Sonne schon so tief, dass er schon zu dunkel war. Aufhellen am PC hat da auch nicht mehr viel genützt, es hat trotz ISO 100 nur noch gerauscht. Da hätte mich bestimmt ein Grauverlaufsfilter gerettet, wie ich in einem deiner Tipps gelesen habe. Wenigstens ist das Kuh-Foto schön geworden, und der Bagger beim Torfabbbau war auch ein gutes Motiv. Und es war einfach schön als Ausgleich zum Alltag an diesem Abend in dieser wunderschönen Natur zu sein. Mir tat es nur leid für die Kraniche, die ich aufgescheucht habe. In Zukunft bleibe ich auf dem östlichen Naturlehrpfad – Umweltschutz geht vor Fotokunst.

    Vielleicht kannst Du mir eine Frage beantworten? Wenn man einen Grauverlaufsfilter nutzt um den hellen Himmel abzudunkeln und somit durch Erhöhung der Belichtungszeit den Vordergrund aufhellt, wie verhält es sich in Folge dessen mit dunklen Objekten, die in den Himmel ragen? Wie z.B. in deinem hier gezeigten Foto die Bäume / Büsche, werden die dann nicht zu dunkel, im Vergleich zum Vordergrund?

    Ich wünsche Dir schöne Tage.

    Schöne Grüße,

    Fin

    • Michael Hömske sagt:

      Hallo Fin,
      Also der Weg zum “Breiten Wasser” lohnt sich in jedem Fall. Ich habe hier schon einige tolle Aufnahmen gemacht.
      Zu deiner Frage: Also die Bäume und Büsche werden in diesem Fall nicht zu dunkel.
      Ich arbeite mit “Einsteckfiltern” und den von Dir erwähnten “Verlaufsfilter” kann ich in der Filterhalterung vertikal verschieben. Ich schiebe die Kante des Verlaufs nicht ganz bis auf den Horizont, sondern lasse sie ein Stück weit über dem Horizont. So wie es für mich passt. Somit werden die Büsche nicht mit abgedunkelt.

      LG,
      Michael

Deinen Kommentar hinzufügen